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Grenzkarte jetzt wieder zukunftsfähig

Hohenzollerische Heimatbücherei lässt alte Werke restaurieren / Helmut Eisler neuer Mitarbeiter

 

Vorgezogene Osterüberraschung

in der Hohenzollerischen Heimatbücherei:

Zwei kostbare und mehr als 200 Jahre

alte Werke sind zurück in Hechingen.

Bücherei-Mitarbeiter Helmut Eisler

konnte sie gewissermaßen zum

Dienstantritt in Empfang nehmen.

Helmut Eisler gehört seit dem 1. März

zum Team der Heimatbücherei.

Er folgt Hanne Grunert, die sich Ende

vorigen Jahres altershalber

zurückgezogen hat. Helmut Eisler

ist Doktorand und bringt als Historiker

eine Menge Wissen und Erfahrung mit,

die in der Betreuung der Besucher genutzt werden können.

Über die Karte von Feldmesser Jakob Haldenwang aus Ofterdingen staunte aber auch er. Jakob Haldenwang war im Mai 1787 auf der Strecke vom Butzenweiher bis zur Friedrichstraße aktiv, um den Grenzverlauf zwischen der Stadt Hechingen und der Gemeinde Sickingen zu vermessen. Das Ergebnis zeigt die etwa ein Meter lange und 30 Zentimeter hohe Karte, die er nach der Vermessung „fleißig zu Pappier“ brachte, wie er selbst erklärte. Die Karte glänzt heute wieder wie neu.

Restauriert hat sie der Restaurator Matthias Raum aus Römerstein. Allein die Abtragung der Oberflächenverschmutzungen wirkte Wunder. Die Karte war im Lauf ihrer 240 Jahre mehrfach gefaltet und unsachgemäß gelagert worden, sie wies Wasserschäden auf. Zu sehen ist davon heute überraschend wenig, vor allem die Farben stechen hervor.

Eingetragen sind auf der Karte außer dem Grenzverlauf die einzige Zeichnung der Hechinger Richtstätte mit dem Galgengerüst in direkter Nachbarschaft des jüdischen Friedhofs („der Juden Todengart“), der Verlauf der alten Fahrstraße und der damals neuen Chaussee von Bodelshausen nach Hechingen und manche Einzelheit mehr. Die Karte ist ein Unikat, das 1956 aus dem Nachlass von Luise Sträßle geb. Windlinger an die Heimatbücherei gekommen ist.

Zusammen mit der Grenzkarte kehrte das „Christlichs Lese Büch Underschidlicher Bücher“ des Melchinger Sailers Stephan Löffler zurück in die Heimatbücherei. Die Handschrift stammt aus dem Jahr 1802. Auf 428 Seiten hat der Melchinger Handwerker in sorgfältiger Schrift Gebete und Andachtstexte zusammengetragen, die ihm so sehr ans Herz gewachsen waren, dass er sie ständig bei sich tragen wollte.

Die Besitzer in den nächsten zwei Jahrhunderten gingen weniger vorsichtig mit dem Büchlein um. Der halblederne Bucheinband war gebrochen und von Schimmel zersetzt, und in mehreren Blättern hatte es sich ein Bücherwurm gut gehen lassen. Matthias Raum hat das Papier - wo nötig - restauriert, Fehlstellen ergänzt und die Risse geschlossen. Das Christliche Lese-Buch von der Alb kommt jetzt wieder als Pracht-Exemplar daher, an dem sein erster Besitzer wohl seine helle Freude hätte.

Bei der Rückgabe der Werke durch den Buchrestaurator war auch Ruthild Mangler zugegen, die der Heimatbücherei die Restaurierung der Grenzkarte vorgeschlagen hat und sich mit einer finanziellen Zuwendung an den Kosten beteiligt.

„Zwei Werke, die jetzt wieder zukunftstauglich sind“, beschreibt Büchereileiter Rolf Vogt die Restaurierung. Viele Jahrhunderte alte Werke schlummern in der Heimatbücherei, aber an ihnen nagt der Zahn der Zeit. Sie bedürfen besonderer Pflege.

Rückkehr in die Hohenzollerische Heimatbücherei: Helmut Eisler und Ruthild Mangler nehmen die von Matthias Raum restaurierten Werke in Empfang (von links). Foto: Vogt

Neues Heft der “Hohenzollerischen Heimat” erschienen

 

Ein wiederentdecktes Porträt von Graf Eitelfriedrich II., eine unbekannte Schlacht auf dem Tigerfeld und ein vergessener Wirtschaftshof bei Starzeln - spannende Beiträge zur hohenzollerischen Geschichte vereint das noch vor der Jahreswende erschienene Heft Nr. 4/2025 der “Hohenzollerischen Heimat”.

 

Das Titelbild des neuen Heftes ziert ein Gemälde aus dem Ende

des 15. Jahrhundert, das einen melancholisch blickenden Mann mit

rotem Hut zeigt. Die spannende Geschichte hinter diesem Portrait

und wie der Dargestellte durch kunsthistorische, nahezu kriminalistische

Untersuchungen als Graf Eitelfriedrich II. von Hohenzollern (1452-1512)

identifiziert wurde, erklärt der Beitrag des niederländischen Redakteurs

Arjen Ribbens. Ursprünglich hatte das Bild eine zweite Hälfte, die die

Ehefrau von Eitelfriedrich, Margarete von Brandenburg, zeigte.

Das Portrait tauchte vor drei Jahren überraschend auf einer Auktion

in Barcelona auf.

 

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Der Archivar und Historiker Joachim Jehn, der vor kurzem zusammen mit Sören Frommer eine Geschichte der Stadt Gammertingen veröffentlicht hat, geht der Frage nach, ob es im Bauernkrieg eine große Schlacht bei “Tigerfeld” gab und stellt seine Resultate in einer spannend lesbaren, minutiösen Abfolge der Ereignisse vor.

 

Von Stefan Wintermantel kommt wieder ein

äußerst detailliert recherchierter Artikel, diesmal über Jungental,

einen Wirtschaftshof des Johanniterordens oberhalb von Starzeln

im Killertal,  der von der Kommende Hemmendorf aus verwaltet

wurde.

Der Autor hat in diesem 1. Teil seiner  Untersuchung die Lage,

die zugehörigen Gebäude sowie die Geschichte und Verwaltung

dieses Gutes vom 13. bis zum 18. Jahrhundert dargestellt, ein

zweiter Teil folgt.

 

Schließlich stellt Falko Hahn eine neue Folge seiner Auszüge aus der Zimmerschen Chronik vor. Daneben können die Leser sich über die aktuelle Ausstellung “Landleben” in der Kreisgalerie in Meßkirch informieren. Drei Buchbesprechungen runden das Heft ab: Über das Badische (und Hohenzollerische) Klosterbuch, über eine Publikation zur Jugendkultur um Meßkirch in den 1960er-Jahren und über einen Bildband zu Prinz Wilhelm von Hohenzollern, der zu Beginn des 2. Weltkrieges in Frankreich fiel, ein Enkel von Kaiser Wilhelm II.

 

Die Hohenzollerische Heimat wird vierteljährlich vom Hohenzollerischen Geschichtsverein e.V. herausgegeben und kann per E-Mail an anfrage@hohenzollerischer-geschichtsverein.de bestellt werden.

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Johanniterhof Jungental bei Starzeln (Bild: opengeodata/Wintermantel)

Auf dem sogenannten LIDAR-Bild, einer Laser-Messmethode, ist der Ort des abgegangenen Hofes Jungental samt Johanneskirchlein gut zu identifizieren.

Graf Eitelfriedrich II. von Hohenzollern (Bild: Kunsthandlung Salomon Lilian, Amsterdam)

Ergebnis der Neuwahlen bei der Mitgliederversammlung

 


Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des Hohenzollerischen Geschichtsvereins im Landesmuseum in Hechingen am 4. November 2025 standen die satzungsgemäßen Neuwahlen zu Vorstand und Beirat des Vereins an. Da sich der Vorsitzende Dr. Volker Trugenberger nach 16 Jahren im Amt nicht mehr zu einer Wiederwahl stellte und auch Schatzmeister Wolfgang Wenzel sein Amt nach 20 Jahren aufgeben wollte, standen größere Veränderungen im Vorstand an. Zum neuen Vorsitzenden wurde der bisherige Schriftführer Georg Loges gewählt, neuer Schatzmeister ist Oliver Grudke. Zum neuen Schriftführer wurde Helmut Eisler, bisher im Beirat, gewählt, Thomas Jauch wurde als stellvertretender Vorsitzender im Amt bestätigt.


Als geborene Mitglieder waren und sind weiterhin lt Satzung im Beirat, Dr. Uwe Folwarczny (Kreisarchivar BL), Anette Hähnel (Fürstl. Hohenz. Sammlungen und Hofbibliothek), Vera Hollfelder (Leiterin Kultur und Archiv SIG), Christoph Schlemmer (Leiter Staatsarchiv SIG) und Rolf Vogt (Heimatbücherei HCH). Otto Bogenschütz (Hechingen), David Hendel (Leiter Landesmuseum Hechingen) und Dr. Andreas Zekorn (Schriftleitung ZHG) wurde als weitere Beiratsmitglieder wiedergewählt. Uwe Hager (Schriftleiter HH) und Wolfgang Wenzel (Sigmaringen) sind neu in den Beirat gewählt
worden.

Exkursion auf den Spuren der Hohenzollern in Schlesien

28. Juni bis 4. Juli 2026

Reiseleiter: Ulrich Feldhahn M.A., Berlin

Preis: im Doppelzimmer 1945,- Euro pro Person,

im Einzelzimmer 2225,- Euro

 

 

 

 

 

 

Die siebentägige Exkursion, die in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Inzigkofen stattfindet, führt zu Orten mit Bezug zu den Hohenzollern vom 17. bis ins 20. Jahrhundert. Die Reise ist auf der Homepage der Volkshochschule Inzigkofen unter der Kursnummer 02100-26 buchbar: https://www.vhs-inzigkofen.de/kurs/02100-26/1541.html

 

Die Dynastie der Hohenzollern hat weite Teile des heute größtenteils zu Polen gehörenden Schlesiens nachhaltig geprägt. Bereits im 16. Jahrhundert fiel das Herzogtum Ratibor zeitweilig an die fränkischen Hohenzollern, während die Kynsburg (heute Grodno) im frühen 17. Jahrhundert Graf Johann Georg von Hohenzollern-Sigmaringen als Wohnsitz diente. Nach der Eroberung Schlesiens durch Friedrich den Großen wurde Breslau (heute Wrocław) 1742 zur preußischen Residenz, bevor im frühen 19. Jahrhundert Mitglieder des preußischen Königshauses das landschaftlich reizvolle Hirschberger Tal entdeckten und sich dort idyllische Sommersitze schufen. Der letzte Fürst von Hohenzollern-Hechingen zog sich nach seiner Abdankung 1849 gleichfalls auf seine von der Familie seiner Mutter Pauline Biron von Kurland, Herzogin von Sagan, ererbten schlesischen Besitzungen um Hohlstein (Skałe) und Löwenberg (Lwówek Śląski) zurück und unterhielt dort nochmals einen bedeutenden Musenhof.

 

Die Reise beinhaltet u.a. Aufenthalte in Görlitz, Hirschberg (Jelenia Góra), Breslau und Sagan (eine exklusive Besichtigung des im Wiederaufbau befindlichen Schlosses Hohlstein, Besuche des ehemaligen Palais Hohenzollern in Löwenberg und der Kynsburg sowie der Schlösser und Gärten von Fischbach (Karpniki), Buchwald (Bukowiec) und Erdmannsdorf (Mysłakowice). Des Weiteren werden die ins Riesengebirge translozierte norwegische Stabkirche Wang und die Friedenskirche in Schweidnitz (Świdnica) besichtigt, die als größter sakraler Fachwerkbau Europas gilt. In Oels (Oleśnica) mit seinem prächtigen Renaissanceschloss wird auch an die Patenschaft zwischen Hechingen und den Heimatvertriebenen aus Oels erinnert. Eine weitere Station ist der berühmte Landschaftspark des Fürsten Pückler in Bad Muskau.

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