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Exkursion des Hohenzollerischen Geschichtsvereins auf den Spuren der Hohenzollern in Schlesien

Unter der fachkundigen Führung des Kunsthistorikers und Vereinsmitglieds Ulrich Feldhahn, führte vom 28. Juni bis zum 4. Juli 2026 eine Exkursion des Hohenzollerischen Geschichtsvereins nach Polen. 28 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wandelten auf den Spuren der Hohenzollern in Schlesien. Besucht wurden Stätten mit Bezug sowohl zu den süddeutschen Hohenzollern als auch zu deren preußischen Vettern. Perfekt organisiert wurde die Reise durch das Volkshochschulheim Inzigkofen e.V.

Erste Hohenzollern-Station war die Burg Kynsburg mit ihren prächtigen Renaissanceportalen. Sie gehörte im 17. Jahrhundert für eine Generation der heute fast vergessenen schlesischen Linie der süddeutschen Hohenzollern. 

Der letzte Fürst von Hohenzollern-Hechingen, Friedrich Wilhelm Konstantin, geboren im ebenfalls besuchten Schloss Sagan, zog sich nach seiner Abdankung 1849 auf seine von der Familie seiner Mutter Pauline Biron von Kurland, Herzogin von Sagan, ererbten schlesischen Besitzungen zurück. Sein Schloss Hohlstein verfiel nach dem Zweiten Weltkrieg. Der heutige Besitzer zeigte im Rahmen einer exklusiven Besichtigung eindrucksvoll seine Anstrengungen eines Wiederaufbaus. 

Im benachbarten Löwenberg baute sich der Fürst ein Stadtpalais, heute Amtssitz des Bürgermeisters der niederschlesischen Stadt Lwówek Śląski. Dieser ließ es sich nicht nehmen, die Gruppe persönlich durch das Gebäude zu führen.

Nach der Eroberung Schlesiens durch Friedrich den Großen 1742 wurde in Breslau ein Palais zum Königsschloss erweitert. Im 19. Jahrhundert entdeckten Mitglieder des preußischen Königshauses das landschaftlich reizvolle Hirschberger Tal und schufen sich idyllische Sommersitze in Fischbach und Erdmannsdorf mit großen Parkanlagen. 

Das Schloss Oels war bis 1945 neben dem Schloss Cecilienhof in Potsdam Sitz des letzten Kronprinzen des deutschen Kaiserreichs, Wilhelm von Preußen, und seiner Gemahlin Cecilie. Es wurde dafür entsprechend modernisiert, wovon ein Badezimmer hinter einem Wandschrank zeugt. Im Jahr 1953 wurde im Ratssaal des Hechinger Rathauses unter Anwesenheit von Cecilie von Preußen die Patenschaft der Stadt Hechingen für die Stadt und den Kreis Oels begründet.

 

Natürlich wollte Reiseleiter Ulrich Feldhahn den Teilnehmern polnische Stätten des Weltkulturerbes nicht vorenthalten: die Friedenskirche in Schweidnitz und den englischen Landschaftsgarten in Bad Muskau. In guter Erinnerung werden auch die Stadtführungen durch Görlitz und Breslau sowie der Besuch der nach Schlesien transferierten norwegischen Stabkirche Wang aus dem 12. Jahrhundert bleiben.

Schloss Hohlstein, Wohnsitz von Fürst Friedrich Wilhelm Constantin von Hohenzollern-Hechingen nach dessen Abdankung 1849

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Schlesienexkursion im Schlosspark von Buchwald

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Löwenberg: Ehemaliges Stadtpalais des Fürsten Friedrich Wilhelm Konstantin von Hohenzollern-Hechingen, Eingang und Balkon mit dem Hohenzollernwappen

Schloss Oels, bis 1945 Sitz des letzten Kronprinzen des deutschen Kaiserreichs, Wilhelm von Preußen, und seiner Gemahlin Cecilie.

Schloss Oels, Sitz des letzten Kronprinzen des deutschen Kaiserreichs, Wilhelm von Preußen, und seiner Gemahlin Cecilie. Nachträglich für das Erbprinzenpaar eingebaute Badewanne

Grenzkarte jetzt wieder zukunftsfähig

Hohenzollerische Heimatbücherei lässt alte Werke restaurieren / Helmut Eisler neuer Mitarbeiter

 

Vorgezogene Osterüberraschung

in der Hohenzollerischen Heimatbücherei:

Zwei kostbare und mehr als 200 Jahre

alte Werke sind zurück in Hechingen.

Bücherei-Mitarbeiter Helmut Eisler

konnte sie gewissermaßen zum

Dienstantritt in Empfang nehmen.

Helmut Eisler gehört seit dem 1. März

zum Team der Heimatbücherei.

Er folgt Hanne Grunert, die sich Ende

vorigen Jahres altershalber

zurückgezogen hat. Helmut Eisler

ist Doktorand und bringt als Historiker

eine Menge Wissen und Erfahrung mit,

die in der Betreuung der Besucher genutzt werden können.

Über die Karte von Feldmesser Jakob Haldenwang aus Ofterdingen staunte aber auch er. Jakob Haldenwang war im Mai 1787 auf der Strecke vom Butzenweiher bis zur Friedrichstraße aktiv, um den Grenzverlauf zwischen der Stadt Hechingen und der Gemeinde Sickingen zu vermessen. Das Ergebnis zeigt die etwa ein Meter lange und 30 Zentimeter hohe Karte, die er nach der Vermessung „fleißig zu Pappier“ brachte, wie er selbst erklärte. Die Karte glänzt heute wieder wie neu.

Restauriert hat sie der Restaurator Matthias Raum aus Römerstein. Allein die Abtragung der Oberflächenverschmutzungen wirkte Wunder. Die Karte war im Lauf ihrer 240 Jahre mehrfach gefaltet und unsachgemäß gelagert worden, sie wies Wasserschäden auf. Zu sehen ist davon heute überraschend wenig, vor allem die Farben stechen hervor.

Eingetragen sind auf der Karte außer dem Grenzverlauf die einzige Zeichnung der Hechinger Richtstätte mit dem Galgengerüst in direkter Nachbarschaft des jüdischen Friedhofs („der Juden Todengart“), der Verlauf der alten Fahrstraße und der damals neuen Chaussee von Bodelshausen nach Hechingen und manche Einzelheit mehr. Die Karte ist ein Unikat, das 1956 aus dem Nachlass von Luise Sträßle geb. Windlinger an die Heimatbücherei gekommen ist.

Zusammen mit der Grenzkarte kehrte das „Christlichs Lese Büch Underschidlicher Bücher“ des Melchinger Sailers Stephan Löffler zurück in die Heimatbücherei. Die Handschrift stammt aus dem Jahr 1802. Auf 428 Seiten hat der Melchinger Handwerker in sorgfältiger Schrift Gebete und Andachtstexte zusammengetragen, die ihm so sehr ans Herz gewachsen waren, dass er sie ständig bei sich tragen wollte.

Die Besitzer in den nächsten zwei Jahrhunderten gingen weniger vorsichtig mit dem Büchlein um. Der halblederne Bucheinband war gebrochen und von Schimmel zersetzt, und in mehreren Blättern hatte es sich ein Bücherwurm gut gehen lassen. Matthias Raum hat das Papier - wo nötig - restauriert, Fehlstellen ergänzt und die Risse geschlossen. Das Christliche Lese-Buch von der Alb kommt jetzt wieder als Pracht-Exemplar daher, an dem sein erster Besitzer wohl seine helle Freude hätte.

Bei der Rückgabe der Werke durch den Buchrestaurator war auch Ruthild Mangler zugegen, die der Heimatbücherei die Restaurierung der Grenzkarte vorgeschlagen hat und sich mit einer finanziellen Zuwendung an den Kosten beteiligt.

„Zwei Werke, die jetzt wieder zukunftstauglich sind“, beschreibt Büchereileiter Rolf Vogt die Restaurierung. Viele Jahrhunderte alte Werke schlummern in der Heimatbücherei, aber an ihnen nagt der Zahn der Zeit. Sie bedürfen besonderer Pflege.

Rückkehr in die Hohenzollerische Heimatbücherei: Helmut Eisler und Ruthild Mangler nehmen die von Matthias Raum restaurierten Werke in Empfang (von links). Foto: Vogt

Neues Heft der “Hohenzollerischen Heimat” erschienen

 

Ein wiederentdecktes Porträt von Graf Eitelfriedrich II., eine unbekannte Schlacht auf dem Tigerfeld und ein vergessener Wirtschaftshof bei Starzeln - spannende Beiträge zur hohenzollerischen Geschichte vereint das noch vor der Jahreswende erschienene Heft Nr. 4/2025 der “Hohenzollerischen Heimat”.

 

Das Titelbild des neuen Heftes ziert ein Gemälde aus dem Ende

des 15. Jahrhundert, das einen melancholisch blickenden Mann mit

rotem Hut zeigt. Die spannende Geschichte hinter diesem Portrait

und wie der Dargestellte durch kunsthistorische, nahezu kriminalistische

Untersuchungen als Graf Eitelfriedrich II. von Hohenzollern (1452-1512)

identifiziert wurde, erklärt der Beitrag des niederländischen Redakteurs

Arjen Ribbens. Ursprünglich hatte das Bild eine zweite Hälfte, die die

Ehefrau von Eitelfriedrich, Margarete von Brandenburg, zeigte.

Das Portrait tauchte vor drei Jahren überraschend auf einer Auktion

in Barcelona auf.

 

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Der Archivar und Historiker Joachim Jehn, der vor kurzem zusammen mit Sören Frommer eine Geschichte der Stadt Gammertingen veröffentlicht hat, geht der Frage nach, ob es im Bauernkrieg eine große Schlacht bei “Tigerfeld” gab und stellt seine Resultate in einer spannend lesbaren, minutiösen Abfolge der Ereignisse vor.

 

Von Stefan Wintermantel kommt wieder ein

äußerst detailliert recherchierter Artikel, diesmal über Jungental,

einen Wirtschaftshof des Johanniterordens oberhalb von Starzeln

im Killertal,  der von der Kommende Hemmendorf aus verwaltet

wurde.

Der Autor hat in diesem 1. Teil seiner  Untersuchung die Lage,

die zugehörigen Gebäude sowie die Geschichte und Verwaltung

dieses Gutes vom 13. bis zum 18. Jahrhundert dargestellt, ein

zweiter Teil folgt.

 

Schließlich stellt Falko Hahn eine neue Folge seiner Auszüge aus der Zimmerschen Chronik vor. Daneben können die Leser sich über die aktuelle Ausstellung “Landleben” in der Kreisgalerie in Meßkirch informieren. Drei Buchbesprechungen runden das Heft ab: Über das Badische (und Hohenzollerische) Klosterbuch, über eine Publikation zur Jugendkultur um Meßkirch in den 1960er-Jahren und über einen Bildband zu Prinz Wilhelm von Hohenzollern, der zu Beginn des 2. Weltkrieges in Frankreich fiel, ein Enkel von Kaiser Wilhelm II.

 

Die Hohenzollerische Heimat wird vierteljährlich vom Hohenzollerischen Geschichtsverein e.V. herausgegeben und kann per E-Mail an anfrage@hohenzollerischer-geschichtsverein.de bestellt werden.

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Johanniterhof Jungental bei Starzeln (Bild: opengeodata/Wintermantel)

Auf dem sogenannten LIDAR-Bild, einer Laser-Messmethode, ist der Ort des abgegangenen Hofes Jungental samt Johanneskirchlein gut zu identifizieren.

Graf Eitelfriedrich II. von Hohenzollern (Bild: Kunsthandlung Salomon Lilian, Amsterdam)

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